Die Semantik des Ortsnamens

Wissenschaftliche Interpretationen

Nach Foster (1998, S. 192) handelt es sich bei dem Ortsnamen Katerbow um einen Namen,  der “aus verschiedenen Gründen nicht klassifiziert werden konnte, obwohl … [er] eindeutig [ein] Name slawischer Herkunft” ist. Die Autorin gibt an, dass “[t]rotz relativ früher Überlieferung … der Name nicht befriedigend zu erklären” (Foster 1998, S. 75) ist. Sie bietet folgende Grundformen an:

  1. “Gf. Aplb. *Kotarbov- ‚Dorf eines Kotarba’, zum PN aplb. *Kotarba, vgl. PN p. Kotarba, Koterba (Rospond SNSl 2, 382), č. Kotrba (Svoboda 195). Die PN werden von Rospond (ebd.) zu p. kotarba ‚Kopf’, č. Kotrba ‚großer Kopf’ gestellt. Das Auftreten des Appellativums scheint sich jedoch auf den tschechischen und südpolnischen Sprachraum zu beschränken.Vgl. ON p. Kotarby (SG 4, 941), FIN p. Kotarba (BG 125).” (Foster 1998, S. 75)
  2. “Gf. Aplb. *Kotirbov- ‚Ort, wo es Faulbäume gibt’, zu aplb. *kotirba > *koterba, vgl. p. kocierba, kocierpka ‚Faulbaum’, zu p. cierpnąć, ursl. *tƅrp-něti ‚leiden; urspr. erstarren, kribbeln’. Auch dieses App. mit dial. Unterschiedlicher Wortbildung ist isoliert, vgl. č. Dial. trpka, trpula, trpiška ‚eine Sorte von herben, bitteren Birnen’, nso. Póśerpina ‚Faulbaum’, ukr. dial. koćerpka, koćirba, koćuba ‚dass.’ (SEJP 2, 316f.). Mit diesem Appelativum gebildete VglN wurden nicht gefunden” (Foster 1998, S. 75).

Laien Interpretationen

Aus der Ortschronik von Katerbow:

Es soll ein slawischer Name sein, der soviel wie “Raufplatz” bedeutet. Katerbow liegt an einem wichtigen Übergang zwischen dem Temnitz- und Klappgrabental und in den ältesten Zeiten mag in diesen Gegenden weidlich gerauft worden sein. Hat doch vom 9. bis 13. Jahrhundert ein steter Grenzkrieg zwischen Deutschen und Wenden stattgefunden und “Das Gebiet von endlosen Fehden zwischen dem Grafen, Raufrittern, Städten und anderen feindlichen Parteien wild durchwogt gewesen.” Die Sage von der Riesenschlacht bei Netzeband weist wahrscheinlich auch auf jene Vorgänge hin, die sich in früherer Zeit hier abgespielt haben. Das ehemals sehr sumpfige Temnitztal, dessen schmalste Verbindung sich zwischen der heutigen Katerbower Mühle und dem Netzebander Dandkrug befand, war einst eine Völkerscheide zwischen Witzen und Obotriten, und es mag hier um diesen Übergang nach damaligen Begriffen eine gewaltige Völkerschlacht getobt haben.”
Nach einer anderen Leseart soll der Name aus “Katka” (eine Tracht Schläge) und  (“terebljuß”) gerauft oder gerittelt entstanden sein.
Andererseit weist man auf die Zusammensetzung aus den deutschen Wörtern “Katen (Hütte) und “Bau” hin.

Anmerkung: Die Chronik wurde mir von einer freundlichen Person aus Katerbow zur Verfügung gestellt. Die Chronik wurde nach Aufzeichnungen von Herrn Knöllner in den Jahren zwischen ca. 1930 bis 1945 geschrieben. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit wird meinerseits keine Garantie übernommen. Der Quellennachweis liegt laut Knöllner der Originalchronik bei. Für Hinweise über den Verbleib der Originalchronik würde ich mich sehr freuen